Ablehnung einer allgemeinen Anwesenheitspflicht

Die BuFaK WiSo lehnt eine allgemeine Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen ab. Eine allgemeine Anwesenheitspflicht verhindert das individuelle und selbstbestimmte Studium, da die Studierenden ihren Studienverlauf nicht an die Zwänge, die sich aus ihrem Alltag ergeben, anpassen können. Verschiedene erhebliche Einflüsse betreffen hierbei nicht nur einzelne Studierende.

Zum einen gibt es Studierende, welche aufgrund ihrer finanziellen Situation gezwungenermaßen auf dem Arbeitsmarkt aktiv sein müssen, um das Studium bewältigen zu können. Zum anderen sind Studierende betroffen, welche engagiert in der Hochschulpolitik oder in sozialen Bereichen integriert sind und somit der universitären Landschaft einen Mehrwert bringen. Auch familiäre Gründe, wie eine Mutterschaft oder ein Pflegefall in der Familie würden somit zu einer Benachteiligung führen, welche ein erfolgreiches Studium in Regelstudienzeit verhindert.

Weiterhin steht die allgemeine Anwesenheitspflicht für Studierende auch der Förderung der intrinsischen Motivation der Studierenden zu lernen entgegen. Studierende sollten Veranstaltungen nicht aufgrund eines allgemeinen Zwangs besuchen, sondern durch eigenes Interesse und durch die didaktischen Qualitäten und Inhalte einer Veranstaltung zur Teilnahme angeregt werden.

Daher fordert die BuFaK WiSo die Hochschulleitungen auf, allgemeine Anwesenheitspflichten abzulehnen!

Gleichwohl ist die BuFaK WiSo überzeugt, dass die Anwesenheitspflicht in Einzelfällen sinnvoll und angebracht ist. In den Prozess der Auswahl und Genehmigung von Anwesenheitspflichten für einzelne Veranstaltungen müssen Studierende umfassend involviert und beteiligt werden. Wir sehen begründete Fälle für Teilnahmepflichten insbesondere aber nicht ausschließlich in praxisorientierten Seminaren, bei der die Anwesenheit für den Erfolg eines Seminars notwendig ist. Auch zählen wir hierzu explizit Sprachkurse, welche von einem regelmäßigen Training profitieren.

  • Verabschiedet auf der Sommer-BuFaK 2018 in Göttingen