Exzellenzstrategie

Die Bundesfachschaftenkonferenz der Wirtschafts- und Wirtschaftssozialwissenschaften spricht sich gegen die Exzellenzstrategie, dem Nachfolgeprogramm der Exzellenzinitiative, aus.

Aus Sicht der BuFaK WiSo ist eine dauerhafte finanzielle Förderung von Hochschulen durch den Bund sehr begrüßenswert, jedoch darf diese nicht nur wenigen Hochschulen mit starken Forschungsleistungen vorbehalten sein. Durch die aktuelle Förderung kommt es zu einer Spaltung in der deutschen Hochschullandschaft: „Exzellente“ Hochschulen, die bereits forschungsstark sind, bauen ihren Wettbewerbsvorteil aus und „nicht-exzellente“ Hochschulen, die dringend auf eine finanzielle Förderung angewiesen sind, werden weiter abgehängt. Dies führt letztlich zu einem Qualitätsverlust in der Breite der deutschen Hochschullandschaft.

Dieser Qualitätsverlust ist nach Meinung der BuFaK WiSo besonders verheerend vor dem Hintergrund der ca. 2,9 [1] Millionen Studierenden in Deutschland, die nach einer bestmöglichen Ausbildung streben. Wir sind der Meinung, dass allen Studierenden ein möglichst gleichwertiger Zugang zu Forschung und Lehre (ob anwendungs- oder forschungsorientiert) ermöglicht werden sollte.

Neben dieser deutschlandweiten Imbalance kritisiert die BuFaK Wiso auch das Bewerbungsverfahren der Exzellenzstrategie. Dieses bindet bei den bewerbenden Universitäten einen nicht unerheblich großen Teil an Personal und Geldern, welche daraufhin ebenfalls bei den nicht für die Bewerbung relevanten Struktureinheiten fehlen. Ein Rückfluss dieser Ressourcen ist auch nach erfolgreicher Absolvierung des Verfahrens nicht zwingend gegeben. Die Folge ist somit ein Ungleichgewicht auch innerhalb der Universität, welches die BuFaK Wiso entschieden ablehnt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die starke Fokussierung der Exzellenzstrategie auf die Forschung. Für die BuFaK WiSo bilden Forschung und Lehre eine Einheit, die gegenseitig voneinander profitieren. Durch die Exzellenzstrategie wird diese Einheit gefährdet, denn die Forschungsleistung einer Hochschule ist das entscheidende Förderkriterium, während die Qualität der Lehre kaum Beachtung findet.

Allgemein begrüßt die BuFaK WiSo, dass der Bund dauerhaft in der Förderung von Hochschulen eingestiegen ist. Jedoch ist die Förderung durch die Exzellenzstrategie nicht nachhaltig, da alle sieben Jahre eine Evaluation durchgeführt wird, die darüber entscheidet, ob eine „exzellente“ Hochschule ihren Status behält. Durch diesen Mechanismus werden häufig nur befristete Stellen geschaffen, unter denen der akademische Nachwuchs leidet.

[1] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Hochschulen/Tabellen/studierende-insgesamt-bundeslaender.html

  • Winter-BuFaK 2019 in Jena: Verabschiedung