Familienfreundliches Studium

Die BuFaK Wiso spricht sich für eine Ausweitung der Maßnahmen zur Unterstützung von Studierenden mit Kind aus. Die Forderungen richten sich hierbei insbesondere an die Koordination der Studiengänge sowie die Studierendenwerke.

Studierendenwerk / Betreuung

Lediglich 45 der 58 Studierendenwerke bieten eine Sozialberatung an, welche eine Familienberatung einschließen. Daher fordern wir die Studierendenwerke auf, diesen Umstand zu beheben und das Beratungsangebot auszuweiten. Denn von den aktuell 2,9 Millionen Studierenden in Deutschland haben ca. 6% mindestens ein Kind [1]. Dem gegenüberstehend gibt es nur ca. 8845 Betreuungsplätze von den Studierendenwerken.

Deswegen soll das Betreuungsangebot für Kinder von Studierenden ausgeweitet werden. Dies sollte zum einen über die Schaffung bzw. Ausweitung von Plätzen in Kindertagesstätten passieren, die von den Studierendenwerken oder der Hochschulen betrieben werden, zum anderen sollen auch mobile Angebote der Kinderbetreuung, wie zum Beispiel Tagesmütter ausgebaut werden.

Zudem ist es notwendig, dass insbesondere Mensen familiengerecht ausgestattet sind. Hierzu zählt vor allem die Verfügbarkeit von Wickel- und Aufenthaltsräumen, Kinderstühlen sowie einem an die Anforderungen der Ernährung von Kindern angepassten Speiseangebot.

Des Weiteren müssen die Semestertickets für solche Studierenden mit Kindern insofern gekennzeichnet werden, sodass diese ihr Kind zusätzlich für ÖPNV mitgenommen werden können.

Studienkoordination

Durch die Verantwortung für ein Kind müssen sich Eltern im Studium besonderen Herausforderungen und Aufgaben stellen, welche eine gewisse Flexibilität verlangen.

Daher fordert die BuFaK WiSo die Hochschulen dazu auf ein ganzheitliches Konzept zur Unterstützung der Studierenden auszuarbeiten und umzusetzen. Dieses Konzept sollte folgende Bereiche berücksichtigen:

  • Flexible Selbsteinteilung des Studiums: Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben, ihr Studium an ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. Hierunter fällt insbesondere, die Möglichkeit des Wechsels vom Vollzeit- zum Teilzeitstudium auch innerhalb eines Semesters sowie die unkomplizierte Beantragung und Genehmigung von Urlaubssemestern.
  • Prüfungskoordination: Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben, im Rahmen der individuellen Anforderungen einen Nachteilsausgleich zu erhalten.
  • Veranstaltungszeiten: Die Veranstaltungen sollen ausschließlich zwischen 8 und 18 Uhr stattfinden. Ist dies z.B. durch fehlende Räumlichkeiten nicht möglich, sollten Alternativmöglichkeiten angeboten werden.

Die BuFaK WiSo unterstützt das Label “Familienfreundliche Hochschule”, wünscht sich jedoch die Erweiterung der Kriterien auf die Bedürfnisse der Studierenden. Die Hochschulen sind dazu aufgefordert, die dort genannten Kriterien umzusetzen.

[1]https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/se21_zusammenfassung_hauptbericht.pdf

  • Winter-BuFaK 2019 in Jena: Verabschiedung